Missionarin und Pionierin aus Grünburg in Indien

Sr. M. Johanna Brandstätter feierte ihren 100. Geburtstag

Ein besonderes Fest wurde die Feier des 100. Geburtstages der oberösterreichischen Kreuzschwester Sr. M. Johanna Brandstätter in Bangalore (Bundesstaates Karnataka, Südindien). Sr. M. Johanna Brandstätter wurde am 21. Februar 1922 in Grünburg im Steyrtal geboren. In einer Großfamilie wuchs sie in schweren Zeiten unter bescheidenen Verhältnissen auf.  Schon früh spürte sie den Wunsch, Ordensschwester zu werden und dem Ruf in die Mission zu folgen, aber der 2. Weltkrieg ließ dies zunächst nicht zu. Erst im Jahr 1945 konnte sie bei den Kreuzschwestern in Linz eintreten. Es folgte für sie eine fünfjährige Lehrerinnen-Akademie, die sie mit Erfolg abschloss. Anschließend unterrichtete zwei Jahre in der St. Angelus-Schule der Kreuzschwestern in Linz.

Dann wurde es für sie soweit. Nach einem Jahr Englisch-Studium in London setzte sie 1955 zum ersten Mal ihren Fuß auf indischen Boden. Ihr erster Einsatzort war Bettiah, wo sie in einer High School unterrichtete. Bald aber schon schickte sie die Oberin als Pionierin nach Gholeng in Chattisghar unter die Ureinwohner, um dort eine Schule aufzubauen und zu leiten. In diese Zeit fiel auch die Gründung der Grihini-School-Bewegung. Es war dies eine neunmonatige Ausbildung in Haushalt, Kochen und Säuglingspflege für Dorfmädchen, die des Lesens und Schreibens nicht mächtig waren. Die Bewegung verbreitete sich über ganz Indien. Die Ausbildung hatte im Weiteren zur Folge, dass diese Frauen später als Mütter wiederum ihre Kinder zur Schule schickten. Nach fünfzig Jahren konnten erste Grihini Schulen geschlossen werden, weil es unter ihnen nur noch wenige Analphabeten-Mädchen gab.

In Gholeng gründete Sr. M. Johanna auch den ersten Kindergarten. Diese Einrichtungen breitete sich ebenso positiv aus. Als Provinz-Assistentin war es ihr großes Anliegen, dass in Ranchi eine Kindergärtnerinnen-Ausbildungsstätte begonnen wurde. Sie war die Pionierin von Schule und College in Ambikapur, Dt. Surguja, sie war Pionierin in Bassein, Maharastra, wo sie drei Stationen aufbaute. Sie schuf eine große Schule in Mira Road, einem Teil Bombays, in dem es vorher nur Slums gab und heute eine große Siedlung entstanden ist. Von dort kam Sr. M. Johanna nach Goa, wo sie für Aids-Kinder ein Heim eröffnete.

Ihr Herz gehörte immer den Ureinwohnern, den Adivasis. So durfte sie zurück nach Ambikapur und Gholeng. Dort zog sie sich allerdings durch einen Sturz eine schlimme Rückgratverletzung zu. 2007 kam sie nach Österreich und wurde im Krankenhaus der Kreuzschwestern in Wels erfolgreich operiert. Mit 15 Schrauben im Rückgrat und beide Hüften aus Stahl war sie wieder voll Begeisterung, um in ihr heiß geliebtes Missionsland Indien zurückzukehren.

Bis weit in ihre 90er Jahre hinein stand Sr. M. Johanna auch mit der Missionsstelle ihrer Heimdiözese via E-Mail in Kontakt, bis dies schließlich ihre Augen nicht mehr zuließen. Auch nach einem Sturz im Jahr 2017, der sie länger ans Bett fesselte, erholte sie sich soweit wieder gut.

Seit 2008 lebt Sr. M. Johanna Brandstätter nun in Kothanoor, Bangalore. Sie ist bis heute am Geschehen in Kirche und Welt, nicht zuletzt an jenem in Oberösterreich, sehr interessiert. Seit Sr. M. Johanna Brandstätter im Konvent in Bangalore lebt, liegen ihr die Frauen vom Mercy Home am Herzen. Das Mercy Home ist ein Wohnheim für verarmte Frauen, das von den Kreuzschwestern betreut wird. Etwa 30 beeinträchtigte Frauen unterschiedlichen Alters können dort wohnen. Sie lebten zuvor auf der Straße, nicht wenige verstoßen von ihren Familien.

Spenden an das Mercy Home leitet die Missionsstelle über die Kreuzschwestern in Bangalore gerne weiter.

Missionsstelle der Diözese Linz

Kennwort: Mercy Home

IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117

Geteilte Freude ist doppelte Freude

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