Heilpflanze des Monats - Kalums

Inhaltsstoffe:

Die Wirkstoffe des Kalmus sind ätherisches Öl mit Asaron und Bitterstoffe. Auch die in geringer Menge vorhandenen Gerbstoffe dürften an der Wirkung beteiligt sein.
Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und Stärke, Bestandteile der meisten Wurzelstöcke, sind beim Kalmus in Hinblick auf seine Wirkung nur Begleitstoffe.

Standort:

Uferpflanze an Gewässern, in nährstoffreichem Schlamm, Sonne bis Halbschatten

Blütezeit:

Juni bis August

Sammelzeit:

Frühjahr und Herbst

Ernte und Aufbereitung:

Es ist nicht ganz einfach bei uns, den Kalmus zu finden und in größerer Menge zu sammeln.
Deshalb gibt es große Kulturen, in denen man Rhizomastücke verlegt, um daraus kräftige Pflanzen zu erhalten.
In den Monaten Juni bis Juli, doch auch später (in Kulturen ist der Frühherbst Erntezeit) gräbt man die Wurzelstöcke.
Nach gründlicher Reinigung werden sie in 10 bis 20 cm lange Stücke zerschnitten, oftmals der Länge nach gespalten und an einem schattigen Ort zum Trocknen ausgelegt.
Da für den innerlichen Gebrauch geschälte Ware Verwendung findet, ist es ratsam, den Wurzelstock noch vor dem Trocknen zu schälen.

Heilwirkung und Anwendung:

Der Kalmus gehört in die Gruppe der aromatischen Bittermittel (Amara aromatica) und ist deshalb bei Magen-, Darm- und Gallebeschwerden, bei Appetitlosigkeit und zur allgemeinen Tonisierung des Verdauungstraktes verwendbar.
Bei den Magen- und Darmbeschwerden, deren Ursache im vegetativen Nervensystem zu suchen ist, oder die psychogen zu erklären sind, hilft Kalmus besonders gut.
Hier denken wir an Patienten - häufig hager und gelegentlich untergewichtig - mit einem empfindlichen, nervösen Magen.
Sie klagen darüber, dass sie selten richtig Appetit haben, oft berichten sie, dass ihnen der Appetit vergehe, sobald sie sich - meist ohne Hunger - an den Tisch setzen.
Menschen mit dieser Magenkonstitution essen überaus langsam und freuen sich über jede Pause, die dabei entsteht.
In Gesellschaft >>hinken<< sie den anderen beim Essen immer hinterher. Nach dem Essen klagen sie über Völlegefühl, über Magendruck, gelegentlich über krampfartige Schmerzen und oft über saures Aufstoßen.
Durchfälle und Verstopfungen wechseln miteinander ab.
Es gibt Phasen, in denen sie völlig beschwerdefrei sind, bis eine berufliche Aufgabe mit Hetze und Aufregung oder eine private Belastung alles Wohlbefinden wieder zunichtemacht.
Der Arzt findet bei diesen Patienten kein organisches Leiden, er stellt nur erhöhte oder erniedrigte Magensäurewerte fest.
Die verordneten Medikamente sprechen wohl an, doch überzeugt die Wirkung auf Dauer nicht.
Gerade diese Patienten sprechen auf eine Kur mit Kalmus-Tee hervorragend an.
Wenn sie regelmäßig und zuverlässig vor jeder größeren Mahlzeit - mindestens jedoch 2mal täglich - 1 Tasse Kalmus Tee lauwarm trinken, verschwinden die Beschwerden langsam aber sicher.
Es hat sich bewährt, zur Unterstützung der Therapie Kalmus-Bäder zu nehmen.

Kalmus - Tee:

2 Teelöffel (etwa 3g) zerschnittener, geschälter Kalmuswurzelstock wird mit ¼ l Wasser überbrüht und etwa 15 Minuten lang ausgezogen.
Nach dem Abseihen muss der Tee lauwarm getrunken werden.

Kalmus - Bad:

Für ein Kalmus-Bad - sofern man nicht die fertigen Badeextrakte vorzieht - benötigt man etwa 100g des ungeschälten Kalmuswurzelstocks, die man 10 Minuten lang in 1 l Wasser kocht, um dann abzuseihen.
Die abgeseihte Flüssigkeit reicht für 1 Vollbad. Da das Kalmus-Bad anregend wirkt, sollte man es nicht am Abend nehmen.
Kalmus-Bäder beeinflussen auch allgemeine Erschöpfungszustände nach längerem Krankenlager günstig, außerdem verschiedene Stoffwechselkrankheiten.

Kalmus als Hausmittel:

Es dürfte schwerfallen, eine weitere Heilpflanze zu finden, deren Verwendung nachweislich bis ins siebte vorchristliche Jahrhundert reicht.
Kalmus, das belegen altpersische Schriften, wurde zu jener Zeit schon gebraucht. Nicht nur in Persien, sondern auch in China und Indien kannte man ihn als hervorragendes Mittel schon lange vor unserer Zeitrechnung.
In Europa wurde Kalmus durch P.A. Matthiolus etwa 1560 eingeführt. Der Leibarzt von Kaiser Ferdinand I. erhielt die Pflanze aus Konstantinopel.
Seit dieser Zeit schätzt man in der Volksmedizin den Kalmus als Mittel gegen Störungen im gesamten Verdauungssystem.
Darüber hinaus verwendet man den Tee aus Kalmuswurzel auch als Waschmittel gegen Hautausschläge und Kopfschuppen.
Das ätherische Kalmusöl (durch Wasserdampfdestillation gewonnen) oder ein alkoholischer Auszug aus der Wurzel (Kalmus-Tinktur) wird auch als Einreibemittel gegen rheumatische Beschwerden genutzt.

Nebenwirkungen:

Trotz der geschilderten guten Eigenschaften des Kalmus sollte man bei der kurmäßigen Anwendung über längere Zeit Zurückhaltung üben,
da das ß-Asaron (in europäischen Kalmusarten nur in Spuren vorhanden) schaden kann. 
Nicht in der Schwangerschaft anwenden.

Kalmustinktur:

20 dag gereinigte Wurzel wird in 1l gutem Kornschnaps angesetzt, ca. 10 Tage in die Wärme gestellt und täglich geschüttelt.
Von dieser Tinktur nimmt man 3mal täglich 15 bis 20 Tropfen in Wasser.
Kalmusschnaps stellt man nach demselben Rezept her, lässt ihn aber 6 Wochen stehen, bevor man abfiltert.

Mag. Pharm. Silvia Hackenberger
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